Stephi

Dienstag, Juni 04, 2013


Vor zwei Jahren entschloss ich mich von Zuhause auszuziehen. Neue Schule, neues Glück. Ich bin immer ziemlich ängstlich wenn ich wo hin komme, wo ich keinen kenne. Hier war das genauso.
Der erste Tag an meiner Schule war schrecklich. Viele neue Menschen die man nicht kennt und kleine Grüppchen die schon lange miteinander zu tun hatten.
Stephi setzte sich am ersten Tag neben mich, ein gutes Gefühl jemanden neben sich zu haben, der genauso unbeholfen ist wie man selbst. Nach einigen Tagen wusste ich dass Stephi und ich auf einer Wellenlänge sind.
Nach zwei Jahren kann ich sagen, dass sie einer der besten Menschen ist, die ich jemals kennenlernen durfte. Stephi versucht es allen Leuten recht zu machen, ist immer hilfsbereit und immer nett. Wie sie das schafft weiß ich auch nicht. Stephi ist der gute Engel auf der rechten Schulter und ich der böse Teufel auf der Linken. Wir helfen uns gegenseitig.
Wir reden und lachen, trinken und machen quatsch, nerven die anderen und lästern. Obwohl wir uns jeden Tag mehrere Stunden sehen, telefonieren wir am Abend oftmals mehrere Stunden.
Bei ihr bekomme ich immer Unterstützung, auch wenn sie mein Verhalten mal nicht verstehen kann, ist sie für mich da. Ich hab mich lange bei keinem Menschen mehr so aufgefangen gefühlt, wie bei ihr.
Und jetzt, nach zwei Jahren ist der Spaß vorbei. Wir werden uns nichtmehr jeden Tag sehen und uns über dumme Menschen aufregen, die anderen im Unterricht nichtmehr mit unserem Gelaber belästigen und nichtmehr 1.5 Liter Lambrusco beim Chemie lernen trinken, der Apperol fällt jetzt auch weg.
Aber das alles macht nichts, solange wir ein Telefon haben und du in meinem herzen bist.

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